IMG_9321Vitis vinifera (Weinrebengewächse, Vitaceae)

Nicht nur in südlichen Weinanbaugebieten, in fast ganz Europa findet man an geschützten, sonnseitigen Hauswänden alte Weinstöcke. Die Weinrebe ist so tief verwurzelt in der Erde, dass sie selbst in heißen Sommern genügend Wasser beschaffen kann. Eine grau rissige Borke bedeckt den Stamm der Weinpflanze, der baumartige Stärke erlangen kann. Dennoch bleiben die Äste schwach und würden am Boden liegend von anderen Pflanzen überwuchert werden, wenn die Reben nicht mithilfe von Ranken empor klettern würden. Die Ranken stehen, wie auch die Traube, stets einem Laubblatt gegenüber und tragen vereinzelt Blüten; ein Zeichen dafür, dass es sich dabei um metamorphosierte Blüten– bzw. Fruchtstände handelt. Aus vielen Abbildungen und Kunstwerken sind die wunderschönen Blätter des Weines bekannt. Das rote Weinlaub des Herbstes wird verwendet wegen seiner unterstützenden Wirkung auf Beine und Venen. Im Sommer blüht die Weinpflanze unscheinbar grünlich.

Der Fruchtstand der Weinpflanze, die Weintraube ist botanisch gesehen eine Rispe. Die frischen Trauben genießen wir als saftiges Obst, die getrockneten, Rosinen genannt, versüßen uns als beliebter Zusatz zu Backwerk den Winter. Viel Sonne und Wärme benötigt die Weintraube, um daraus guten Wein herstellen zu können. Die traditionsreiche und kunstfertige Weinherstellung ist auch der hauptsächliche Verwendungszweck der Weintrauben. Doch Wein ist nicht die Endstufe des edlen Rebensaftes. Es kann daraus noch Essig hergestellt werden.

Essig entsteht auf natürliche Weise aus allen zuckerhältigen Flüssigkeiten im Anschluss an die alkoholische Gärung. Die Essiggärung verbraucht den in einer Flüssigkeit enthaltenen Alkohol und wandelt diesen berauschenden Stoff sukzessive in einen sauren mit stark konservierenden Eigenschaften um. Essig ist eines der ältesten Lebensmittel und diente bereits den Ägyptern und Babyloniern  zum Haltbarmachen von Speisen, als Heilmittel und verdünnt als Getränk. Essig verhindert das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien und Pilzen und ist daher das einzige Lebensmittel, bei dem kein Ablaufdatum angegeben werden muss. Essig, insbesondere biologischer Weißweinessig ist ein universelles und neutrales, stark konservierendes Auszugsmittel und eignet sich wunderbar zur Herstellung von alkoholfreien Pflanzenextrakten.

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